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Liebe Leserin, lieber
Leser,
»Aber
das Schlimmste ist, wenn man mit eigenen Augen sieht, wie seine Heimat,
sein Haus vom Erdboden verschwindet«, schreibt Lia Abuladse in ihrem
Artikel »Heimat«. In dieser Situation befinden sich jetzt viele Menschen
nach den schweren Naturkatastrophen in Südostasien. Turbulenzen in der
Luft haben weite Landstriche von Burma unter Wasser gesetzt, die bebende
Erde hat in Sichuan/China ganze Städte einstürzen lassen. Zigtausende
Menschen sind dabei umgekommen, Millionen wurden obdachlos. Doch nicht
nur die Natur rührte sich wieder auf zerstörerische Weise; mindestens
ebenso schlimm ist der menschenverachtende Umgang der burmesischen Junta
mit »ihrem« Volk: Trotz Hilfsangeboten überlässt sie es zunächst einfach
ihrem Elend und führt unbeirrt das umstrittene Verfassungsreferendum
durch. Eine neue Form von Genozid?
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In diesem Heft geht es um Übergänge der verschiedensten Art. Eckart
Förster untersucht, wie es Goethe gelingt, die Kluft zwischen Idee und
Erfahrung zu überwinden: dadurch, dass er seine Aufmerksamkeit auf die
Übergänge zwischen den einzelnen Teilen bzw. Phänomenen richtet, die
zunächst nur im geistigen Nachvollzug wahrnehmbar werden. Auch Renatus
Ziegler berührt in der zweiten Folge seines Beitrags zur Entwicklung die
Frage: »Wie gehen verschiedene Einzelerscheinungen auseinander hervor?«
Mit dieser Frage vollzieht er den Übergang von der
Erscheinungsentwicklung zur Wesensentwicklung, die ersterer Sinn und
Ziel gibt.
Reinhart Bode geht Schwellenmotiven in Peter Handkes Roman »Die
morawische Nacht« nach. Was der Protagonist in dieser Nacht erlebt, sei
»das Festhalten der zittrigen Sekunde, der zitternden Stimme des
Geistes, … die zitternde Stunde der Unterredung mit sich selbst, mit
seinem Wesen.« Offensichtlich liegt hierin für Bode das Erlebnis der
inneren Heimat des Dichters, womit wir wieder bei dem Thema von Lia
Abuladse wären.
– Anlässlich des kürzlich erschienenen Buches von Sabine
Doering-Manteuffel mit dem provozierenden Titel »Das Okkulte. Eine
Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung« verfolgen wir mit dem
Beitrag von Johannes Kiersch die aktuelle Entwicklung der akademischen
Esoterikforschung (vgl. Heft 3/2008) weiter.
Ihr
Stephan Stockmar
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