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GLS trotzt Bankenkrise
Während viele der großen Banken in den letzten Monaten
gestehen mussten, dass sie Milliardenbeträge im amerikanischen Hypothekenmark
versenkt haben, konnte die Bochumer GLS-Bank in 2007 unbeschadet ihren
Wachstumskurs fortsetzten. Eine Bank, die weder Kredite an Dritte verkauft noch
sich an Fonds beteiligt, die mit solchen Krediten Geschäfte machen, sondern die
konsequent auf den konkreten Bezug zur Realwirtschaft setzt, braucht sich in
dieser Beziehung auch keine Sorge zu machen. Gleichzeitig suchen immer mehr
Menschen nach Alternativen für ihre Vermögensanlagen. Es spricht sich einfach
herum, dass in dieser Bank ein anderer Umgang mit Geld gepflegt wird. So kann
Vorstandssprecher Thomas Jorberg, der bei der Jahrespressekonferenz auf
ein stolzes Wachstum der Bilanzsumme in 2007 von über 20 % zurückblickte,
auch gelassen in die Zukunft schauen und ähnliche Wachstumsraten für die Zukunft
prognostizieren. Bei solchen Wachstumsraten verdoppelt sich die Größe der Bank
alle fünf Jahre und es ist daher nicht verwunderlich, dass das gerade neu
bezogene Stammhaus schon wieder zu klein wird. Wer ein Wachstum der
Kundenkredite von 26,2 % und der Einlagen um 16,9 % bewältigen
will, muss dafür Sorge tragen, dass er genügend qualifizierte Mitarbeiter
ausbildet oder einstellt. Nur in einem Punkt konnte die GLS-Bank nicht
auftrumpfen: Der Gewinn lag in 2007 bei nur 120.000 Euro; das sind lediglich 8
Euro pro Genossenschaftsmitglied. Doch dürfen Investoren hier auch in Zukunft
nicht mehr erwarten. Die GLS-Bank will wirtschaftlich arbeiten. Ihre
wirtschaftlichen Ziele hat sie erreicht, wenn sie ihren Kunden sinnvolle Kredite
oder Geldanlagen anbieten kann und über ihre Erträge angemessene
Mitarbeitereinkommen und die Sachaufwendungen erwirtschaftet. Ein weiteres Ziel
ist eine möglichst gute Risikovorsorge. Die gegenwärtige Bankenkrise zeigt, dass
mit einer solchen Ausrichtung wesentlich sinnvoller gewirtschaftet werden kann,
als mit dem Streben nach maximalem Gewinn, welches dazu verführt, vollkommen
sinnlose Finanzprodukte zu entwickeln.
Stephan Eisenhut
www.gls.de
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