Die Drei 3/ 2008

 

 

 

 

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GLS trotzt Bankenkrise
 

Während viele der großen Banken in den letzten Monaten gestehen mussten, dass sie Milliardenbeträge im amerikanischen Hypothekenmark versenkt haben, konnte die Bochumer GLS-Bank in 2007 unbeschadet ihren Wachstumskurs fortsetzten. Eine Bank, die weder Kredite an Dritte verkauft noch sich an Fonds beteiligt, die mit solchen Krediten Geschäfte machen, sondern die konsequent auf den konkreten Bezug zur Realwirtschaft setzt, braucht sich in dieser Beziehung auch keine Sorge zu machen. Gleichzeitig suchen immer mehr Menschen nach Alternativen für ihre Vermögensanlagen. Es spricht sich einfach herum, dass in dieser Bank ein anderer Umgang mit Geld gepflegt wird. So kann Vorstandssprecher Thomas Jorberg, der bei der Jahrespressekonferenz auf ein stolzes Wachstum der Bilanzsumme in 2007 von über 20 % zurückblickte, auch gelassen in die Zukunft schauen und ähnliche Wachstumsraten für die Zukunft prognostizieren. Bei solchen Wachstumsraten verdoppelt sich die Größe der Bank alle fünf Jahre und es ist daher nicht verwunderlich, dass das gerade neu bezogene Stammhaus schon wieder zu klein wird. Wer ein Wachstum der Kundenkredite von 26,2 % und der Einlagen um 16,9 % bewältigen will, muss dafür Sorge tragen, dass er genügend qualifizierte Mitarbeiter ausbildet oder einstellt. Nur in einem Punkt konnte die GLS-Bank nicht auftrumpfen: Der Gewinn lag in 2007 bei nur 120.000 Euro; das sind lediglich 8 Euro pro Genossenschaftsmitglied. Doch dürfen Investoren hier auch in Zukunft nicht mehr erwarten. Die GLS-Bank will wirtschaftlich arbeiten. Ihre wirtschaftlichen Ziele hat sie erreicht, wenn sie ihren Kunden sinnvolle Kredite oder Geldanlagen anbieten kann und über ihre Erträge angemessene Mitarbeitereinkommen und die Sachaufwendungen erwirtschaftet. Ein weiteres Ziel ist eine möglichst gute Risikovorsorge. Die gegenwärtige Bankenkrise zeigt, dass mit einer solchen Ausrichtung wesentlich sinnvoller gewirtschaftet werden kann, als mit dem Streben nach maximalem Gewinn, welches dazu verführt, vollkommen sinnlose Finanzprodukte zu entwickeln.

Stephan Eisenhut

 www.gls.de