Die Drei 01/ 2007

 

Editorial

 

 

 

Heft bestellen Startseite

Liebe Leserin, lieber Leser,

während der vergangenen Monate ist der »natürliche« Jahreslauf spürbar aus dem Lot geraten: Auf den goldenen November folgten frühlingshafte Adventstage. Wie sich nun die eigentlichen Wintermonate Januar, Februar und März gestalten, wagt wohl kaum jemand vorherzusagen. Ebenso wenig, ob es sich um vorübergehende oder dauerhafte Veränderungen handelt. Doch Letzteres scheint immer wahrscheinlicher zu werden.

In nicht nur in dieser Hinsicht unsicheren Zeiten mag es hilfreich sein, sich auf einen inneren Weg durch die Zwölfheit zu begeben, wie sie ja auch dem Jahreslauf zugrunde liegt: Corinna und Ralf Gleide nehmen uns im Jahr 2007 auf einen solchen mit, wenn sie nun Monat für Monat dazu anregen, sich versuchsweise in eine andere, bisher unbekannte Wirklichkeitsperspektive hineinzuversetzen. So lässt sich nicht nur das eigene Denken und Urteilen besser verstehen. Durch wiederholtes Sich-Einleben in den Kreis der »zwölf Weltanschauungen« (Rudolf Steiner) bereitet sich ein Boden, um gegenüber anderen Erkenntnishaltungen gesprächsfähig zu werden – eine offensichtlich zeitnotwendige Aufgabe! Zugleich verbinde ich mich auf diesem Wege mit den zwölf die Welt konstituierenden  Prinzipien und weite damit mein Bewusstsein ins Kosmische. Vielleicht wirkt dies ja auch wieder gesundend auf unser Verhältnis zur Erde.

Diese Betrachtungen lösen Ruth Ewertowskis »Steinerlesen« ab, die während der beiden letzten Jahre unser »Forum Anthroposophie« geprägt haben: Mit ihren Funden und dem Umgang mit ihnen hat sie immer wieder überraschende Perspektiven auf Steiners Werk eröffnet und zu eigenen Erkundungen angeregt.

Im November hatten wir uns mit dem Thema »Von der Würde des Sterbens« beschäftigt. Zwischenzeitlich hat nicht nur ein wichtiger Kongress hierzu in Berlin stattgefunden (»Tod und Liebe«), sondern ist auch eine Ausgabe des »stern« mit dem Titel »In Würde sterben« erschienen. Während es uns und den Freunden von »gesundheit aktiv«, die den Kongress veranstaltet haben, darum geht, den Tod auch als einen »Lebenshöhepunkt« (so Johannes Fellner) zu begreifen, stellt der »stern« die Frage »Warum wird Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt?«. Unsere Kollegin Angelika Sandtmann nimmt sich dieser Fragen nun noch einmal an.

Ihr Stephan Stockmar