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Buchbesprechungen
"Menschwerden im Maschinenpark"
Die Drei 8-9 2002
Hinwendung zur Über-Natur
Markus Hurter (Hg.): Umgang mit Technik – Arbeit mit Lebendigem. Wie entwickle ich Aufmerksamkeit für Wesenhaftes? Dokumentarband zur Landwirtschaflichen Tagung 2002 am Goetheanum, herausgegeben von der Naturwissenschaftlichen Sektion, Abteilung Landwirtschaft, der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft Goetheanum durch Markus Hurter. Dornach 2002, 17 EUR (inkl. Porto).1
Die Landwirtschaftliche Tagung am Goetheanum 2002 hat die Frage nach dem Umgang mit der Technik mit der Frage nach der Aufmerksamkeit für das Wesenhafte verbunden. In einer breiten Palette von Beiträgen wird dieses Thema aufgefächert. Einleitend macht Nikolai Fuchs, Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung am Goetheanum, deutlich, wie die Technik in der Landwirtschaft den Menschen immer weiter von einer unmittelbaren Erfahrung am Boden, an den Pflanzen und Tieren, der Landschaft und dem Witterungsgeschehen wegführt, gleichzeitig ihn aber auch frei stellt, den Überblick über das Ganze zu bewahren. Man könne aber auch bemerken, dass man gar nicht immer alles mitmachen müsse. In jedem Falle sei die Technik eine immense Herausforderung an unsere Fähigkeiten: Kann ich Technik getrost einsetzen wenn ich mich mit mir selbst identisch fühle, wenn ich mir meiner Taten sicher bin?
Johannes Kühl, Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion, geht grundsätzlich auf das Wesen der Technik ein. Zunächst unternimmt er den Versuch, das Wesen der Technik aus dem dreigliedrigen Wesen des Menschen heraus zu verstehen, wenn er die Computertechnik mit dem Kopf bzw. dem Sinnes- und Nervensystem, die Kommunikations- und Unterhaltungstechnik mit dem rhythmischen System des mittleren Menschen und die Energie-, Transport- und chemische Technologie mit dem Stoffwechsel- und Gliedmaßensystem vergleicht. Dann wendet er sein Augenmerk auf die Möglichkeiten des Menschen, sich parallel zum Umgang mit der »Unter-Natur« (Steiner) gewordenen Technik in ein Verhältnis zur geistigen »Über-Natur« zu bringen. Er gibt hier, ausgehend von entsprechenden Äußerungen Rudolf Steiners, insbesondere Anregungen, eine bewusste Beziehung zum Schlaf und zur Nacht zu entwickeln, d.h. auch zu dem normalerweise im Unbewussten bleibenden Willensbereich. Gerade durch eine gesteigerte Aufmerksamkeit in den Übergangsbereichen, beim Einschlafen und Aufwachen, kann es zu wichtigen Erlebnissen und Erfahrungen kommen.
Es folgen sehr persönliche Erfahrungsberichte zum Umgang mit der Technik in der Landwirtschaft (Walter Sorms und Robert Hänni), Fragen im Umgang mit »Techniken« wie Rutengehen, Pendeln usw. (Hans-Joachim Strüh), ein Beitrag zum technischen Fortschritt im Gemüsebau (»Ohne Erde – mit Gewinn?«; Christian Hiß) sowie Berichte zur Maul- und Klauenseuche in England, im Zuge deren »Bekämpfung« viele Millionen meist gesunder Tiere getötet wurden (Patricia Thompson, Tyll van der Voort). In den drei letzten Beiträgen geht es um die konkrete Hinwendung zur Über-Natur: Friedrich Sattler spricht über den Einfluss eines meditativen Lebens auf das Gedeihen des Hofes, Manfred Klett über »Die Erweiterung der Technik zur Kunst im landwirtschaftlichen Organismus« und Martin Ott über die Aufmerksamkeit für das Wesenhafte. – Abschließend folgen kurze Berichte aus den Fach- und Übungsgruppen sowie die Dokumentation einer Ausstellung über Techniken zur Herstellung und Anwendung biologisch-dynamischer Päparate. Stephan Stockmar
1 Zu beziehen bei: Landwirtschaftliche Abteilung am Goetheanum, Postfach, CH-4143 Dornach, Tel. 0041-61-7064212, fax 7064215, E-Mail: landw.abteilung@goetheanum.de.
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