Die Drei 03 / 2005

 

Editorial

 

 

 

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»Kultur« heißt, dass alles durch gemeinsame Bemühung entsteht. »Entstehung« und »gemeinsame Bemühung« sind das Entscheidende, nicht irgendwelche Ergebnisse. Die werden sich dann schon einstellen. Wer vorab den Einwand geltend macht, dies alles sei doch utopisch, der hätte damit nur dokumentiert, dass er es nicht ernst meint. Jeder Schritt einer gemeinsamen Bemühung verändert das Leben.

Karl-Martin Dietz in: Kollateralschäden. Zu einer Kultur der Ratlosigkeit, in die Drei 1/2002.

 

Lieber Karl-Martin Dietz,

seit 1997 nehmen Sie die Herausgeberschaft von die Drei für die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland wahr. Ihre erste Tat im Zusammenhang mit dieser Aufgabe war, ein Redaktionsstatut zu schaffen, mit dem Sie sich selbst binden. Es heißt dort: »Ein Weisungsrecht im Hinblick auf die inhaltliche Ausgestaltung der Hefte, auf die Hereinnahme oder Ablehnung bestimmter Autoren oder Themen sowie überhaupt in allen inhaltlichen Fragen steht dem Herausgeber nicht zu.«

Was auf den ersten Blick vielleicht unverständlich erscheint, erweist sich im Sinne eines freien Geisteslebens als wirklicher Kunstgriff: Dadurch, dass Sie sich tatsächlich jeglicher Einmischung strikt enthalten, ist ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden.  So ist die von Ihnen – auf Zeit (fünf Jahre mit Verlängerungsmöglichkeit) – berufene Redaktion tatsächlich voll verantwortlich für das, was sie tut. Und es liegt an den Beteiligten, wie sie diese Konstellation gestalten. Hier nun nehmen Sie Ihre Herausgeberaufgabe aktiv wahr: Sie bringen unserer Arbeit stets Interesse entgegen und stehen bei Bedarf für Beratungen und Mitarbeit zur Verfügung.

Vor allen Dingen aber schaffen Sie verschiedene fruchtbare Arbeitszusammenhänge, an denen wir uns mit Gewinn  beteiligen können. Dazu gehört z.B. das »forum zeitfragen« in der Anthroposophischen Gesellschaft, in dem initiative Menschen aus verschiedensten Arbeitsbereichen sich um Zeitgenossenschaft bemühen. Durch Kolloquien in diesem Rahmen – mit Beteiligung von unseren Autoren – werden einzelne unserer Themenhefte vorbereitet oder begleitet. Dann ist hier auch der Hochschulkreis für Kulturwissenschaften zu nennen, der Sektionsaufgaben im Rahmen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft wahrnimmt, und nicht zuletzt das von Ihnen vor nunmehr 27 Jahren mitbegründete Friedrich von Hardenberg Institut. Diese Zusammenarbeit und die mit ihr verbundenen Begegnungen bilden nicht nur einen für unsere Redaktionsarbeit wichtigen Hintergrund;  sie führen auch immer wieder zu wichtigen Artikeln für die Drei.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir fühlen uns von Ihnen in Freiheit und mit echtem Interesse getragen und nehmen Ihren 60. Geburtstag am 9. März 2005, zu dem wir Ihnen herzlich gratulieren, gerne zum Anlass, Ihnen hierfür sehr zu danken!

 

Stephan Stockmar           Ralf Sonnenberg                    Angelika Sandtmann