Die Drei 01 / 2005

 

Editorial

 

 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

 

jeder Mensch ist ein König, wenn er Herr im eigenen Hause, im Reich seiner Seele ist – sein eigener Beweger. Diese Königswürde wird heutzutage nicht mehr verliehen, und ist auch nicht im Laden zu kaufen, sozusagen von der Stange (wie es nicht nur die Gentechnik uns vorgaukelt). Ich kann sie aber erwerben, wenn ich mich ihrer würdig mache. Der Welt gegenüber habe ich damit keinen Herrschaftsanspruch. Doch kann ich ihr in Liebe und Ehrfurcht begegnen – wie die Heiligen Drei Könige dem Gotteskind begegnet sind. Ich kann sie nach ihrer eigenen Maßgabe in meiner Seele erstehen lassen, ihr auf Kosten meiner Macht Würde verleihend. Gelingt mir dies nicht, so wird die Welt eine andere und werde ich selbst ein anderer; bin nicht mehr Ich der Herr meiner Seele, sondern werde zum Knecht meines Gehirns. Es liegt an mir, ob ich gesundende Kräfte entwickle, durch die die Welt sich beleben kann, oder ob ich mich von der Wirklichkeit und damit von mir selbst lossage.

In diesem die Verantwortung für die Welt einschließenden Sinne wird uns das Thema der Salutogenese, die Frage nach der Entstehung von Gesundheit, auch im neuen Jahr begleiten, sowohl durch einschlägige Beiträge wie in diesem Heft als auch durch unser und unserer Autoren Bemühen um einen Stil, der zur geistigen Selbstbewegung einlädt und anregt. – Zu dieser Stilbildung gehört auch eine lesefreundliche Gestaltung. Wir hoffen, dass unsere neue Schrift namens »Slimbach« Ihnen das Lesen etwas erleichtern wird.

Eine Veränderung ist auch aus der Redaktion zu berichten: Ruth Ewertowski ist als freie Mitarbeiterin unseres Teams ausgeschieden, weil sie sich verstärkt wieder ihren eigenen Themen widmen will. Dies bedauern wir sehr, da sie die Drei in den letzten Jahren doch entscheidend mitgeprägt hat und wir Ihr z.B. die Idee zu dem Themenheft über Salutogenese verdanken. Wir sind aber froh, dass sie uns wenigstens als Autorin erhalten bleibt. In diesem Heft beginnt ihre neue Serie »Steinerlese«, in der sie regelmäßig von ihrem Umgang mit Lesefrüchten aus dem Werk Rudolf Steiners berichtet. – An ihre Stelle in der Redaktion ist nun Angelika Sandtmann aus Simmern im Hunsrück getreten, die sich schwerpunktmäßig um die »Nachrichten« kümmert, aber auch an allen konzeptionellen Fragen beteiligt ist und uns im Lektorat unterstützt. Wir freuen uns auf diese neue Zusammenarbeit!

 

Ihr Stephan Stockmar