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Liebe Leserin, lieber
Leser,
jeder spürt das Ätherische als
belebende Kraft – in sich und um sich, zwischen sich und den anderen
Menschen, in der belebten Natur. Und doch ist es nicht auf gleiche Weise
zu erforschen wie die Sinneswelt. Jeder Versuch, diese Kraft bewusst zu
erspüren, ist wie ein Anpochen an eine Sphäre, die seinsmäßig an das
Sinnliche angrenzt.
Sie halten mit dieser Ausgabe ein umfangreiches Themenheft in der Hand,
mit dem wir die Tagung der Anthroposophischen Gesellschaft in
Deutschland: Durchbrüche in die ätherische Welt. Erfahrungen und
Lebensprozesse in Natur und Mensch begleiten, die vom 18. bis 21. Juni
in München stattfindet. »Der Titel der Tagung betont das Dramatische des
Schwellenübertritts sowie die Aktualität des ›in der Luft liegenden‹
Themas, aber auch den individuellen Ansatz«, so heißt es im
Tagungsprospekt. »Das einmalige, Durchbruchsartige jedes Weges soll
hervorgehoben werden … Menschen, die ein Stück des Weges für sich
gegangen sind, können anderen zur Anregung werden, sich selber auf den
Weg zu machen.«
Solche einmaligen und eigenständigen »Durchbrüche« finden sich auch in
diesem Heft: Seien es die Bildekräfteforschungen und ihre methodische
Grundlegung von Dorian Schmidt,
Heide Künzels malerische Versuche, in der Naturanschauung den
Wandlungsort zu erheischen, »wo das Geistige mit dem Sinnlichen sich
reibt«, oder auch Wolf-Ulrich Klünkers Hinweise auf »Sonnenwirkung« in
der Ich-Entwicklung.
Bodo von Plato beschreibt in Briefform, wie heute im »gesellschaftlichen
Leben vor allem das tragfähig ist, was auf Unsicherheit baut«. So
paradox dies klingt, ist damit doch eine Grundbedingung der »Durchbrüche
in die Ätherische Welt« beschrieben. Sie finden nicht ohne Beteiligung
des jeweiligen Menschen statt; es handelt sich um zwar beschreibbare,
aber nicht im üblichen Sinne objektivierbare Wege. »Wir können keine
Forschung ohne Menschen machen. Das ist genau das esoterische
Grundgesetz: so viel Naturkenntnis wie Selbsterkenntnis, oder anders
herum« (Dorian Schmidt).
Einige unserer Autoren wirken auch an der Münchner Tagung mit, die von
Florian Roder, Hartwig Schiller und Michael Schmock federführend
vorbereitet wurde. Nähere Informationen zur Tagung finden Sie auf Seite
5.
Ihr Stephan Stockmar
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