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Liebe Leserin, lieber
Leser,
Für das nun beginnende Darwin-Jahr – Charles Darwin wurde
am 12. Februar vor 200 Jahren geboren – sind wir mit unserer Serie über
Entwicklung bestens vorbereitet. Johannes Wirz beschreibt, wie mit
seinem vor 150 Jahren erschienenen epochemachenden Hauptwerk »On the
Origin of Species« sich »eine Art Dammbruch« vollzieht: Von jetzt an
wurde auf die Entwicklung von Natur und Mensch im Mainstream der
Naturwissenschaften nur noch von der Außenperspektive geschaut. Wohin
die Ausschließlichkeit dieser Perspektive führt, zeigt heute z. B. die
Diskussion der Neurobiologen über die Freiheit des Willens, die
stellenweise absurde Formen annimmt und oftmals noch den Ruch des
ausgehenden 19. Jahrhunderts trägt.
Dabei bringt, wie Wirz und andere Forscher aufzeigen, die gegenwärtige
Biologie zahlreiche Ergebnisse hervor, die die neo-darwinistische,
dogmenartig verfestigte »Synthetische Theorie der Evolution« aufbrechen
und Grundlage für eine neu einzunehmende Innenperspektive bilden. So
weisen z. B. die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Genom und den
umgebenden Eiweißstrukturen ebenso wie der zunehmend akzeptierte
Entwicklungstrend hin zu mehr relativer Autonomie gegenüber der Umwelt
deutlich auf ein Eigensein des Organismus hin.
Andreas Suchantke weitet als Ökologe diesen Blick auf die konkreten
Lebensgemeinschaften eines Biotops oder einer Landschaft: Auch sie sind
wirkliche gegliederte Organismen, die nur von innen her erfasst werden
können, ebenso wie die von Menschen geschaffenen sozialen Organismen. So
zeigen sich zwei Grundprinzipien des Lebendigen – Aufrechterhaltung
einer inneren Ordnung und Entwicklung – miteinander verknüpft.
In diesem Sinne ist es auch naheliegend, dass wir 2009 nicht nur die
Entwicklungsserie weiterführen, sondern der Frage nach dem Lebendigen
und der ätherischen Welt – in allen ihren Facetten – ein eigenes
Themenheft widmen, mit dem wir eine entsprechende Tagung der
Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland begleiten, die vom 18.
bis 20. Juni in München stattfinden wird.
Darüber werden andere Themen, wie Aspekte zur Reinkarnations-therapie,
Meditation und geistige Forschung oder der Sprachsinn sowie
Auseinandersetzungen mit brennenden Zeitfragen und aktuellen
Kulturereignissen nicht zu kurz kommen. Immer getreu unserem Motto: Der
Leser denkt mit!
Ihr
Stephan Stockmar
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