Die Drei 1/2009

 

Editorial

 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Für das nun beginnende Darwin-Jahr – Charles Darwin wurde am 12. Februar vor 200 Jahren geboren – sind wir mit unserer Serie über Entwicklung bestens vorbereitet. Johannes Wirz beschreibt, wie mit seinem vor 150 Jahren erschienenen epochemachenden Hauptwerk »On the Origin of Species« sich »eine Art Dammbruch« vollzieht: Von jetzt an wurde auf die Entwicklung von Natur und Mensch im Mainstream der Naturwissenschaften nur noch von der Außenperspektive geschaut. Wohin die Ausschließlichkeit dieser Perspektive führt, zeigt heute z. B. die Diskussion der Neurobiologen über die Freiheit des Willens, die stellenweise absurde Formen annimmt und oftmals noch den Ruch des ausgehenden 19. Jahrhunderts trägt.
Dabei bringt, wie Wirz und andere Forscher aufzeigen, die gegenwärtige Biologie zahlreiche Ergebnisse hervor, die die neo-darwinistische, dogmenartig verfestigte »Synthetische Theorie der Evolution« aufbrechen und Grundlage für eine neu einzunehmende Innenperspektive bilden. So weisen z. B. die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Genom und den umgebenden Eiweißstrukturen ebenso wie der zunehmend akzeptierte Entwicklungstrend hin zu mehr relativer Autonomie gegenüber der Umwelt deutlich auf ein Eigensein des Organismus hin.
Andreas Suchantke weitet als Ökologe diesen Blick auf die konkreten Lebensgemeinschaften eines Biotops oder einer Landschaft: Auch sie sind wirkliche gegliederte Organismen, die nur von innen her erfasst werden können, ebenso wie die von Menschen geschaffenen sozialen Organismen. So zeigen sich zwei Grundprinzipien des Lebendigen – Aufrechterhaltung einer inneren Ordnung und Entwicklung – miteinander verknüpft.
In diesem Sinne ist es auch naheliegend, dass wir 2009 nicht nur die Entwicklungsserie weiterführen, sondern der Frage nach dem Lebendigen und der ätherischen Welt – in allen ihren Facetten – ein eigenes Themenheft widmen, mit dem wir eine entsprechende Tagung der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland begleiten, die vom 18. bis 20. Juni in München stattfinden wird.
Darüber werden andere Themen, wie Aspekte zur Reinkarnations-therapie, Meditation und geistige Forschung oder der Sprachsinn sowie Auseinandersetzungen mit brennenden Zeitfragen und aktuellen Kulturereignissen nicht zu kurz kommen. Immer getreu unserem Motto: Der Leser denkt mit!
 

Ihr Stephan Stockmar