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Liebe Leserin, lieber
Leser,
das nun zuende gehende Jahr über
konnten wir Franz Hofner auf seinen »Anthroposophischen Spaziergängen«
folgen. Mit gelegentlich spitzer Feder hat er auf unorthodoxe Weise
manche Schlaglichter auf zentrale Themen der Anthroposophie geworfen. In
dieser Ausgabe findet die Reihe mit einem aus dem produktiven Zweifel
geborenen Beitrag über den »Phantomleib« ihren weihnachtlichen
Abschluss. Jetzt müssen wir alleine und auf eigene Gefahr
weiterspazieren …
… auch dann, wenn wir uns Ute Hallaschka anvertrauen, die uns mit Rilke
auf einsame Wege in steile geistige Gefilde nimmt: »… Ist es nicht Zeit,
dass wir liebend / uns vom Geliebten befrein und es bebend bestehn: /
wie der Pfeil die Sehne besteht, um gesammelt im Absprung / mehr zu sein
als er selbst. Denn Bleiben ist nirgends …«, heißt es in der ersten
seiner Duineser Elegien. Ute Hallaschka wird uns von Monat zu Monat
durch alle zehn Elegien führen und legt damit die Früchte einer
lebenslangen Arbeit mit diesen Berichten eigener Geisterfahrungen vor.
Im von Esther Hirschi geleiteten Forum Altenberg gibt sie seit vielen
Jahren dazu Kurse in Soglio bzw. Bern – durchaus nicht nur für
Rilke-Spezialisten.
Auch in anderer Hinsicht wird uns – der Redaktion ebenso wie den Lesern
– das neue Jahr Arbeit bescheren: Die Anthroposophische Gesellschaft in
Deutschland verbindet 2010 ihre Mitgliederversammlung wieder mit einem
öffentlichen Kongress, diesmal vom 24.-27. Juni in Bochum: »Zukunft der
Arbeit – Karma des Berufs« heißt es ganz aktuell und der europäischen
Kulturhauptstadt 2010 entsprechend. Wir werden auch diese Tagung mit
einem Themenheft begleiten und damit unsere Beiträge zur sozialen Lage
der heutigen Zeit fortsetzen.
Zum Jahreswechsel 1909/10, also vor genau 100 Jahren, erschien Rudolf
Steiners großes Werk zur vergangenen Evolution und künftigen Wandlung
von Erde und Mensch Die Geheimwissenschaft im Umriss. Er sprach im
Hinblick auf dieses Buch von einem »Umrisse der Anthroposophie als eines
Ganzen«. Diesem Werk werden wir vom 12.-14. November 2010 in Frankfurt
ein öffentliches Forschungsgespräch widmen, das wir durch entsprechende
Beiträge vorbereiten, damit auch anküpfend an das Thema »Meditation und
Forschung« vom vergangenen Frühjahr.
Mit diesen Ausblicken wünschen wir Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit!
Ihr Stephan Stockmar
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