Die Drei 12/2009

 

Editorial

 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

das nun zuende gehende Jahr über konnten wir Franz Hofner auf seinen »Anthroposophischen Spaziergängen« folgen. Mit gelegentlich spitzer Feder hat er auf unorthodoxe Weise manche Schlaglichter auf zentrale Themen der Anthroposophie geworfen. In dieser Ausgabe findet die Reihe mit einem aus dem produktiven Zweifel geborenen Beitrag über den »Phantomleib« ihren weihnachtlichen Abschluss. Jetzt müssen wir alleine und auf eigene Gefahr weiterspazieren …
… auch dann, wenn wir uns Ute Hallaschka anvertrauen, die uns mit Rilke auf einsame Wege in steile geistige Gefilde nimmt: »… Ist es nicht Zeit, dass wir liebend / uns vom Geliebten befrein und es bebend bestehn: / wie der Pfeil die Sehne besteht, um gesammelt im Absprung / mehr zu sein als er selbst. Denn Bleiben ist nirgends …«, heißt es in der ersten seiner Duineser Elegien. Ute Hallaschka wird uns von Monat zu Monat durch alle zehn Elegien führen und legt damit die Früchte einer lebenslangen Arbeit mit diesen Berichten eigener Geisterfahrungen vor. Im von Esther Hirschi geleiteten Forum Altenberg gibt sie seit vielen Jahren dazu Kurse in Soglio bzw. Bern – durchaus nicht nur für Rilke-Spezialisten.
Auch in anderer Hinsicht wird uns – der Redaktion ebenso wie den Lesern – das neue Jahr Arbeit bescheren: Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland verbindet 2010 ihre Mitgliederversammlung wieder mit einem öffentlichen Kongress, diesmal vom 24.-27. Juni in Bochum: »Zukunft der Arbeit – Karma des Berufs« heißt es ganz aktuell und der europäischen Kulturhauptstadt 2010 entsprechend. Wir werden auch diese Tagung mit einem Themenheft begleiten und damit unsere Beiträge zur sozialen Lage der heutigen Zeit fortsetzen.
Zum Jahreswechsel 1909/10, also vor genau 100 Jahren, erschien Rudolf Steiners großes Werk zur vergangenen Evolution und künftigen Wandlung von Erde und Mensch Die Geheimwissenschaft im Umriss. Er sprach im Hinblick auf dieses Buch von einem »Umrisse der Anthroposophie als eines Ganzen«. Diesem Werk werden wir vom 12.-14. November 2010 in Frankfurt ein öffentliches Forschungsgespräch widmen, das wir durch entsprechende Beiträge vorbereiten, damit auch anküpfend an das Thema »Meditation und Forschung« vom vergangenen Frühjahr.
Mit diesen Ausblicken wünschen wir Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit!

Ihr Stephan Stockmar